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Die Zeit
Verlag: Zeitverlag Gerd Bucerius
Rubrik: Wochenzeitungen
Erscheinungsweise: wöchentlich
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Aktuelle Heftinhalte (Schlagzeilen) & Pressemeldungen
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ZEIT Nr. 28 (3.7.2008): Deutsches Gesundheitssystem benachteiligt Frauen
Obwohl Frauen im Schnitt länger leben als Männer, werden sie im deutschen Gesundheitssystem oft stark benachteiligt. Viele Krankenhäuser nähmen die Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen nicht ernst, sagt Vera Regitz-Zagrosek, Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin an der Berliner Charité.
Im Schnitt dauere es nach einem Herzinfarkt in Deutschland bei Männern zwei Stunden, bis sie die Notaufnahme eines Krankenhauses erreichen, bei Frauen 2,6 Stunden. Bei Frauen sähe das Krankheitsbild oft weniger dramatisch aus als bei Männern, sagt Regitz-Zagrosek, ehemals leitende Oberärztin am Deutschen Herzzentrum in Berlin. Manchmal würden bei ihnen die Herzinfarktsymptome auch mit einem verdorbenen Magen verwechselt. Und nach einem Infarkt erlebe man bei bestimmten Medikamenten »viel mehr Komplikationen bei Frauen, einfach, weil häufig überdosiert wird«. Sinnvoll wären da etwa blaue und rosa Pillen mit unterschiedlichen Dosierungen für die verschiedenen Geschlechter.
Auch bei Transplantationen kämen Frauen häufig zu kurz. »Im Deutschen Herz Zentrum haben wir uns vor einiger Zeit 960 Patienten angeschaut, die auf die Liste für eine Herztransplantation kommen sollten«, sagt die Geschlechterforscherin. »Am Ende waren es fünf Männer auf eine Frau, die ein neues Herz bekamen, und das, obwohl ein Drittel der Spenderorgane von Frauen stammen. Das ist ziemlich krass und wenig bekannt.«
Dass solche Befunde in der Medizin noch immer weitgehend ignoriert würden, hänge auch damit zusammen, dass in den Leitungsgremien der Fachgesellschaften überwiegend Männer sitzen. In der deutschen Gesellschaft für Kardiologie kommen auf 55 Männer zwei Frauen. In der europäischen Gesellschaft für Kardiologie sind gar keine Frauen im Vorstand. Sie stoße immer wieder auf Ignoranz, sagt Regitz-Zagrosek. Nachdem eine wegweisende Studie zur Benachteiligung von Frauen erschienen sei, habe sie Kollegen auf Kongressen gefragt, was sie davon hielten. »Die fragten zurück: ,Ist das wichtig?’.«
ZEIT Nr. 27 (26.6.2008): Klimaforscher rufen zu Vorbereitung auf Flut und Dürre auf
Nach Ansicht führender Forscher müssen die Staaten weltweit konkrete Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels einleiten. Die derzeit breit diskutierte Senkung des CO²-Ausstoßes reiche nicht, um sich gegen den Klimawandel zu wappnen. »Eine Klimapolitik, die sich der CO²-Vermeidung unter Missachtung jedes Anpassungsdrucks verschreibt, ist eine verantwortungslose Klimapolitik«, schreiben der Klimaforscher Hans von Storch und der Soziologe Nico Stehr in einem Manifest zum Klimaschutz, das der ZEIT vorliegt.
Dass noch immer kaum darüber gesprochen wird, wie wir im Alltag auf den Klimawandel reagieren können, führen die beiden Wissenschaftler vor allem auf das schlechte Image der Anpassung zurück: »In der öffentlichen Diskussion wird bis auf den heutigen Tag nur die Vermeidung als tugendhaft dargestellt, selbst wenn sie sich meist auf rein symbolisches Tun wie autofreie Sonntage beschränkt.«
Auch den Menschen in Entwicklungsländern, die besonders vom Klimawandel betroffen seien, helfe Unterstützung bei Anpassungsmaßnahmen, etwa beim Bau von Flutschutzanlagen, mehr als die Vermeidung von CO²-Emissionen, sagt der Klimaforscher von Storch: »Wir können nicht die Gefahr, dass in Bangladesch Menschen ertrinken, dadurch bekämpfen, dass wir weniger Auto fahren.«
ZEIT KONFERENZ »Gesundheitswirtschaft« in Mainz eröffnet Kurt Beck: Gesundheitswirtschaft ist die Zukunftsbranche
Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, eröffnet am 23. April 2008 die zweitägige ZEIT KONFERENZ zum Thema »Gesundheitswirtschaft in Deutschland« in Mainz, an der rund 250 Experten aus der Gesundheitswirtschaft und der Politik teilnehmen. Beck stellte in seiner Eröffnungsrede heraus, dass »das Gesundheitswesen nicht nur unter Kostenaspekten diskutiert werden dürfe. »Wir müssen die Innovationen und Chancen herausstellen, die aus diesem Bereich hervorgehen.« »Die Gesundheitswirtschaft ist die Zukunftsbranche mit einem enormen Potential für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte«, so der Ministerpräsident weiter.
Mitdiskutant Prof. Dr. Bert Rürup (Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung), betonte in seinem Impulsreferat über die Zukunft des Gesundheitswesens«, dass es in zehn Jahren eine weitere tiefgreifendere Reform geben werde, in der folgender Punkt unter anderem unbedingt Berücksichtigung finden müsse. »Um in effizienter Art und Weise Wachstum zu ermöglichen, muss es das Ziel der nächsten Gesundheitsreform sein, zu sektorübergreifend einheitlichen Finanzierungs- und Vergütungsrundsätzen bei der Finanzierung der Krankenhäuser zu gelangen. Ob die Behandlung eines Patienten in der Arztpraxis oder in einem Krankenhaus ambulant, teilstationär oder stationär erfolgt, sollte in erster Linie davon abhängen, wo das optimale Kosten-Qualitätsverhältnis erreicht werden kann.«
In weiteren Panels diskutieren Rudolf Scharping (Bundesminster a.D.), Ulrich Weigeldt (Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands), Claus Moldenhauer (stv. Vorsitzender des Vorstands der DAK Deutsche Angestellten-Krankenkasse), Reinhard Busse (Professor für Management im Gesundheitswesen der TU Berlin), Axel Eppert (stv. Vorsitzender der Geschäftsführung, Geschäftsbereich Praxis/Klinik, Boehringer Ingelheim Pharma), Josef Joffe (Herausgeber DIE ZEIT) und Cornelia Yzer (Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller).
DIE ZEIT hat 2006 die ZEIT KONFERENZEN ins Leben gerufen. Sie haben zum Ziel, Eliten zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Themen zusammenzuführen, sie wollen in die aktuelle Diskussion eingreifen und Impulse setzen.
»Das Wissen dieser Welt«: DIE ZEIT startet 50-teiligen Bildungskanon
Die Wochenzeitung DIE ZEIT hat am 25. Oktober 2007 einen 50-teiligen Bildungskanon gestartet. Unter dem Titel »Das Wissen dieser Welt« bereisen ZEIT-Autoren außergewöhnliche Orte der Welt und vermitteln von dort das für die heutige Allgemeinbildung entscheidende Wissen. Pro Folge füllt eine große Wissens-Reportage einen zentralen Begriff aus Politik oder Wirtschaft, Wissenschaft oder Kultur mit Leben. Sie wird ergänzt durch Erklärungen der wichtigsten Stichworte, Interviews mit Experten sowie weiterführenden Literaturhinweisen.
Jede Woche erscheint eine neue Folge aus Natur-, Politik-, Geistes- und Kulturwissenschaft sowie Ökonomie und Alltagskultur. Die Begriffe, die anhand von Reiseberichten aus der ganzen Welt vermittelt werden, reichen von Demokratie, Staat, Globalisierung und Arbeit über Gehirn, Wetter, Maschine und Seele bis zu Literatur, Städtebau, Mode und Pop.
Die erste Folge behandelt den Planeten Erde: Der ZEIT-Autor Hans Schuh schreibt aus Spitzbergen über Geologie. Ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden des Geoforschungszentrums in Potsdam ergänzt den Beitrag. Zum Auftakt der Serie liegt der ZEIT am 25. Oktober außerdem eine Weltkarte im Format 130 x 73 cm bei, auf der die Orte, von denen »das Wissen dieser Welt« vermittelt wird, markiert sind.
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